Einweihung Feuerwehrgarage

2015 07 05 Feuerwehrgarage 01

Mörschenhardt | Eigentlich ist es in Mörschenhardt grundsätzlich „einen Kittel kälter“. Dieses eherne Naturgesetz war am Wochenende bei der Einweihung des neuen Feuerwehrgerätehauses freilich außer Kraft gesetzt; beim offiziellen Teil am Samstagnachmittag brütete auch über dem nördlichsten Ortsteil Mudaus die Sommerhitze. Was der Feierlichkeit der Einweihung aber keinen Abbruch tat; die Liste der Redner war lang und als Fazit kann festgehalten werden: Nicht nur die Abteilungswehr Mörschenhardt mit ihren 26 Aktiven und drei Alterskameraden, sondern die ganze Ortschaft ist stolz auf das neue Feuerwehrgerätehaus, in dem nicht zuletzt viel Eigenleistung steckt.

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Der Dank an alle Beteiligte – von der Kreisfeuerwehr über die Gemeindeverwaltung Mudau samt Gemeinderat und die beteiligten Behörden bis hin zu den Firmen und allen Helfern – stand folgerichtig im Mittelpunkt der Grußworte. Und auch der Heilige Florian, der Schutzpatron der Feuerwehren, wurde in Liedform bei der kirchlichen Weihe mit einbezogen.

Zunächst aber stimmte Helmut Weber die Gäste mit seiner Trompete auf den Festakt ein. Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger ergriff als Erster das Wort und skizzierte – wie später auch Abteilungskommandant Günther Schüssler – die Chronologie des Bauablaufs.

Nachdem die kleine Abteilungswehr ein gebrauchtes Feuerwehrauto erhalten und so das „Zeitalter des Tragkraftspritzenanhängers hinter sich gebracht hatte“, wurde im Dezember 2012 der Neubau einer Feuerwehrgarage beantragt. Die Dinge nahmen ihren Lauf, im September 2014 wurde Richtfest gefeiert und am 1. Dezember 2014 konnte das Feuerwehrauto zum ersten Mal im neuen zweckmäßigen Domizil, das auch einen Umkleidebereich und weitere Unterbringungsmöglichkeiten beinhaltet, untergestellt werden. Die Kosten von 123.000 Euro wurden über die Beihilfe des Gemeindeausgleichsstocks, den Landeszuschuss Feuerwehrwesen und knapp 50.000 Euro Eigenmittel der Gemeinde Mudau finanziert zuzüglich vieler ehrenamtlich geleisteter Arbeitseinsätze der Mörschenhardter. „Wir wissen: diese Investitionen rentieren sich“, stellte der Bürgermeister fest, auch im Hinblick auf die Jugendfeuerwehr Donebach-Mörschenhardt mit sieben Aktiven.

Abteilungskommandant Schüssler hielt eine sehr persönliche Rückschau, bei der ihm die Rührung über die erfahrene Kameradschaft und den Zusammenhalt deutlich anzumerken war. Er dankte ausdrücklich auch den Rentnern und der Gemeindeverwaltung für die Unterstützung, bevor Pfarrer Klaus Vornberger neben dem Gebäude insbesondere die, die sich als Feuerwehrleute „für die ganze Bevölkerung einsetzen“ segnete. Im Anschluss hielt Landrat Dr. Achim Brötel auch im Namen von Kreisbrandmeister Jörg Kirschenlohr ein Plädoyer für die Freiwilligen Feuerwehren: „In einer Flächengemeinde wie Mudau, deren Gemarkung fast exakt so groß ist wie die Heidelbergs , müssen die Feuerwehren den effizienten Schutz der Bevölkerung sicher stellen. Das kann nur in dezentralen Strukturen gelingen und deshalb sind auch so kleine Abteilungswehren wie Mörschenhardt absolut unverzichtbar.“ Auch der Beitrag zum gesellschaftlichen Leben in den kleinen Dörfern sei nicht zu unterschätzen: „Feuerwehren sind ein Segen für die Gemeinden, die Ortsteile und den gesamten Kreis.“

Dem schloss sich Franz Brenneis für den Kreisfeuerwehrverband inhaltlich voll an. Er freute sich, dass nun alle acht Abteilungswehren Mudaus über eine „vernünftige Behausung“ verfügten. Bevor Helmut Weber sein letztes Lied anstimmte, dankte Ortvorsteher Wendelin Schäfer mit Günther Schüssler dem Mann, der den Bau des Feuerwehrgerätehauses „zu seinem ganz persönlichen Projekt“ gemacht habe. Im Festverlauf sorgten dann am Sonntagabend unter anderem die Schlossauer Musikanten für beste Unterhaltung.

Bericht & Bilder: Liane Merkle