Spannende Einsätze, Ausbildung und jede Menge Teamgeist
Langenelz | Mit dem mittlerweile dritten Berufsfeuerwehrtag feierten die vier Jungens und ein Mädchen der Jugendfeuerwehr Langenelz die beiden letzten Sommerferientage. Und „Feiern“ war genau der richtige Ausdruck für die fünf engagierten Jungfeuerwehrler, die mit Begeisterung 24 Stunden Feuerwehrdienst wie die Profis der Berufsfeuerwehr schoben. Pünktlich um 17 Uhr startete dieser „24 Stunden-Dienst“ voll Ausbildung, Teamgeist und realistischen Einsatzübungen des Nachwuchses zusammen mit den Betreuern Michael Speckert, Markus Ranisapluvic und Ben Schibor. Neben der feuerwehrtechnischen ehrenamtlichen Einsatzbereitschaft gehörten auch ganz alltägliche Aufgaben zum Programm: Die Jugendlichen mussten selbst kochen, das Einsatzfahrzeug und die feuerwehrtechnischen Geräte pflegen sowie abwechselnd die Leitstelle besetzen.
Doch auch der Spaß kam nicht zu kurz. Neben Gesellschaftsspielen durfte am Abend eine kleine Disco nicht fehlen. Lange konnten die Jugendlichen die freie Zeit allerdings nicht genießen, denn bereits kurz nach 21 Uhr meldete sich ein völlig aufgelöster Spaziergänger am Feuerwehrhaus. Er berichtete von einem umgestürzten Baum im Bereich der Brücke an der Wanderbahn. Sofort machten sich die fünf Jugendlichen gemeinsam mit ihren Betreuern und dem Einsatzfahrzeug auf den Weg. Vor Ort wurde der umgestürzte Baum beseitigt und anschließend auch die Straße gereinigt. Nach diesem ersten Einsatz kehrte wieder Ruhe ein – zumindest vorübergehend. Gegen 2 Uhr morgens waren schließlich auch beim letzten Nachwuchsfeuerwehrmann die Augen zugefallen.
Am nächsten Morgen stand zunächst eine Erste-Hilfe-Ausbildung auf dem Programm. Doch auch diese wurde durch einen Übungseinsatz unterbrochen. Eine Langenelzer Bürgerin meldete, dass ihr Haus brennt und sich ihr Hund noch im Gebäude befindet. Sie wollte jedoch selbst versuchen, das Tier zu retten. Mit Blaulicht und Martinshorn machten sich die Jugendlichen auf den Weg zur gemeldeten Einsatzadresse. Dort berichtete ein Zeuge, dass die Dame tatsächlich in das brennende Gebäude gelaufen und nicht wieder herausgekommen sei, im Gegensatz zu dem Hund, der den Ausweg allein gefunden hatte. Die Jugendfeuerwehr leitete umgehend die Löschmaßnahmen ein. Schon kurze Zeit später wurde die vermisste Person gefunden. Dabei handelte es sich um eine Übungspuppe, die von den Jugendlichen professionell mit der Trage aus dem Gefahrenbereich gebracht wurde. Unmittelbar danach begannen sie mit der Reanimation, die bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes fortgeführt wurde. Nachdem der Rettungsdienst abgefahren und das Feuer gelöscht war, ging es zurück zum Feuerwehrhaus. Dort wurden zunächst sämtliche Geräte und das Fahrzeug wieder einsatzbereit gemacht. Anschließend wurde die Erste-Hilfe-Fortbildung fortgesetzt.
Doch auch dieser Ausbildungstag hielt noch einen weiteren Einsatz bereit: Gegen 13 Uhr meldete ein Verkehrsflugzeug eine unklare Rauchentwicklung. Nach kurzer Suche konnte ein Flächenbrand ausfindig gemacht werden. Die junge Mannschaft rückte sofort aus und löschte den Brand schnell und professionell. Neben den praktischen Einsätzen standen auch wichtige Themen rund um die Zukunft der Jugendfeuerwehr auf dem Programm. In zwei Workshops beschäftigten sich die Jugendlichen mit den Themen Jugendarbeit und Mitgliederwerbung. Dabei entwickelten sie eigene Ideen und arbeiteten spannende Ansätze aus, die sie anschließend ihren Betreuern vorstellten.
Nach 24 ereignisreichen Stunden endete der Berufsfeuerwehrtag schließlich um 17 Uhr. Jugendgruppenleiter Michael Speckert berichtete im Beisein der zahlreich erschienenen Eltern und Geschwister sowie von Feuerwehrkommandant Markus Peiß, Abteilungskommandant Holger Münch und Ortsvorsteher Markus Bayer, was die Jugendlichen innerhalb der vergangenen 24 Stunden alles erlebt und geleistet hatten, und die Gäste zeigten sich beeindruckt von der Leistung des Feuerwehrnachwuchses. Sie lobten deren Einsatzbereitschaft, Teamgeist und Engagement und dankten den Betreuern für die gute Vorbereitung und die engagierte Betreuung während des gesamten Berufsfeuerwehrtages. Zum gemütlichen Abschluss gab es für alle Hotdogs und zum Nachtisch Muffins. Müde, aber sichtlich stolz auf das gemeinsam Erlebte, machten sich die Jungfeuerwehrleute anschließend auf den Heimweg. Der dritte Berufsfeuerwehrtag der Jugendfeuerwehr Langenelz zeigte einmal mehr eindrucksvoll, wie abwechslungsreich Feuerwehrarbeit ist – und wie viel Teamgeist, Verantwortung und Spaß in der Nachwuchsarbeit stecken.
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Bericht & Bilder: Liane Merkle



